Die kurze Antwort: Dabbing bedeutet, ein Cannabis-Konzentrat wie Wax, Shatter oder Rosin auf eine stark erhitzte Fläche zu geben und den entstehenden Dampf über ein spezielles Glasgerät, das Dab Rig, einzuatmen. Konzentrate enthalten in Laboranalysen oft 60 bis über 80 Prozent THC, also ein Vielfaches einer Blüte. Deshalb wirkt ein einzelner Dab deutlich stärker als ein Zug am Joint. In Deutschland ist das Herstellen solcher Extrakte nach dem Konsumcannabisgesetz verboten.
Das Wichtigste auf einen Blick:
1. Was ist Dabbing überhaupt?
Kein Verbrennen, sondern Verdampfen auf einer heißen Fläche, mit Konzentraten statt Blüten.
2. Warum ist die Temperatur so wichtig?
Zu heiß heißt nicht stärker, sondern bitter und belastender für die Atemwege.
3. Ist Dabbing in Deutschland legal?
Das KCanG erlaubt Blüten und Haschisch, beim Extrahieren zieht es eine klare Grenze.
Was ist Dabbing?
Der Begriff kommt vom englischen „dab“, also Klecks oder Tupfer. Gemeint ist eine kleine Portion Konzentrat, die mit einem Spatel auf eine vorgeheizte Fläche getupft wird. Dort verdampft sie in Sekunden, der Dampf wird durch Wasser gekühlt und eingeatmet. Bekannt wurde die Methode in den 2010er Jahren in US-Bundesstaaten mit legalem Markt, wo Konzentrate in Dispensaries verkauft werden.
Der Unterschied zum Joint oder zur Bong liegt an zwei Stellen. Erstens wird kein Pflanzenmaterial verbrannt, sondern ein bereits aufbereiteter Extrakt verdampft. Zweitens ist dieser Extrakt so konzentriert, dass schon eine Menge in der Größe eines Reiskorns mehr Wirkstoff enthält als eine ganze Portion Blüten. Genau das macht das Dabben für manche reizvoll und für viele Einsteiger zur Falle.
Vom Vaporizer unterscheidet sich das Dabben durch die Hitze: Ein Blüten-Vaporizer arbeitet mit warmer Luft und geregelter Temperatur, beim Dab Rig trifft das Konzentrat auf eine Fläche, die oft deutlich heißer ist. Wer sich für schonendes Verdampfen von Blüten interessiert, findet die Grundlagen in unserem Beitrag zum Verdampfen von Cannabis.
Welche Konzentrate gibt es? Wax, Shatter, Budder und Rosin
„Konzentrat“ ist ein Sammelbegriff. Die Namen beschreiben vor allem Konsistenz und Herstellungsweg, nicht die Stärke. Die meisten Sorten entstehen mit Lösungsmitteln wie Butan oder CO₂, einige rein mechanisch mit Druck und Wärme.
| Konzentrat | Konsistenz | Herstellungsart | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Shatter | glasartig, bricht wie Bonbon | Lösungsmittel (meist Butan) | transparent, bernsteinfarben |
| Wax | wachsig, krümelig | Lösungsmittel | leicht zu portionieren |
| Budder / Badder | cremig wie Butter | Lösungsmittel, aufgeschlagen | weich, gut zu dosieren |
| Live Resin | sirupartig bis zäh | Lösungsmittel aus frisch gefrorenen Pflanzen | viele Terpene, intensives Aroma |
| Rosin | harzig, klebrig | mechanisch: Hitze und Druck | ohne Lösungsmittel |
| Destillat | klar, dickflüssig | mehrstufig destilliert | sehr hoher THC-Anteil, kaum Aroma |
Klassisches Haschisch ist streng genommen auch ein Konzentrat, nämlich gesammeltes und gepresstes Harz. Für das Dabben ist es aber zu wenig rein und wird stattdessen geraucht oder gebröselt. Wie das funktioniert, steht im Ratgeber Hasch rauchen.
Für Lösungsmittel-Extrakte gilt: Rückstände von Butan oder Propan lassen sich nur im Labor sicher nachweisen. Auf dem Schwarzmarkt gibt es diese Kontrolle nicht.
Wie funktioniert ein Dab Rig?
Ein Dab Rig sieht aus wie eine kleine Bong, hat aber statt eines Köpfchens einen Aufsatz, der stark erhitzt wird. Die Teile im Überblick:
- Banger oder Nail: die Heizfläche, meist aus Quarzglas, Titan oder Keramik. Quarz gilt als geschmacksneutral, Titan als robust.
- Hitzequelle: entweder ein Butan-Brenner (Torch) oder ein elektrischer E-Nail mit einstellbarer Temperatur.
- Dab-Tool: ein Metallspatel, mit dem das Konzentrat aufgetragen wird.
- Carb Cap: eine Kappe, die die Luftzufuhr steuert und die Hitze auf der Fläche hält.
- Wasserkammer: kühlt den Dampf, ähnlich wie bei der Bong.
Daneben gibt es elektronische Dab-Pens und sogenannte E-Rigs, bei denen Akku und Heizelement in einem Gerät stecken. Sie sind einfacher zu bedienen, verschieben das Grundproblem aber nicht: Die Wirkstoffmenge pro Zug bleibt hoch.
Welche Temperatur ist beim Dabbing richtig?
Die Temperatur entscheidet hier mehr als bei jeder anderen Konsumform. In der Szene haben sich grob zwei Lager gebildet: „Low-Temp-Dabs“ im Bereich von etwa 175 bis 230 °C für mehr Geschmack und weniger Reizung, und heiße Dabs deutlich darüber. Laborwerte für einen „idealen“ Punkt gibt es nicht, die Zahlen sind Erfahrungswerte.
Was die Forschung zeigt, ist die Kehrseite zu hoher Hitze. Eine Untersuchung der Portland State University (Meehan-Atrash u. a., 2017) fand beim Erhitzen von Konzentraten auf hohe Nail-Temperaturen Abbauprodukte wie Methacrolein und Benzol, die vor allem aus den Terpenen entstehen. Je heißer, desto mehr davon. Wer mit dem Brenner arbeitet, kann die Temperatur kaum messen und landet schnell in diesem Bereich.
| Temperaturbereich | Typischer Eindruck | Einordnung |
|---|---|---|
| unter ca. 175 °C | wenig Dampf, Rückstände bleiben liegen | zu kühl für die meisten Konzentrate |
| ca. 175–230 °C | aromatisch, weicher Dampf | verbreiteter Richtwert für Low-Temp |
| deutlich über 300 °C | dichte Wolke, bitter, kratzig | mehr Abbauprodukte laut Studienlage |
Wie stark ist ein Dab im Vergleich zum Joint?
Der entscheidende Unterschied ist der Wirkstoffgehalt. Eine wissenschaftliche Übersichtsarbeit zur Sicherheit von Konzentraten (Alzghari u. a., 2017, frei auf PubMed Central) nennt für US-Konzentrate durchschnittliche THC-Gehalte von rund 60 bis knapp 70 Prozent, einzelne Proben lagen bei 75 bis 80 Prozent und darüber.
| Konsumform | Material | Typischer THC-Gehalt des Materials | Dosierbarkeit |
|---|---|---|---|
| Joint | Blüten, ggf. mit Tabak | meist ca. 15–25 % | langsam, Zug für Zug |
| Bong | Blüten | meist ca. 15–25 % | ein Kopf wird auf einmal geraucht |
| Vaporizer | Blüten | meist ca. 15–25 % | gut, Temperatur einstellbar |
| Dab Rig | Konzentrat | ca. 60–80 % und mehr | schwer, eine Portion wirkt sofort voll |
Ein Dab wird meist in einem einzigen Atemzug genommen. Die Wirkung setzt innerhalb von Sekunden ein und lässt sich nicht mehr zurückholen, wenn die Portion zu groß war. Beim Joint dagegen kannst du nach jedem Zug pausieren und nachspüren. Wie unterschiedlich sich schon Bong und Joint anfühlen, haben wir im Vergleich Bong oder Joint aufgeschlüsselt.
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Die Forschung zu Konzentraten ist jünger und dünner als die zu Blüten. Einige Punkte tauchen aber in der Fachliteratur immer wieder auf:
- Überdosierung: Weil die Portion so konzentriert ist, beschreiben Fallberichte aus den USA Herzrasen, Angst und Kreislaufprobleme nach Dabs. Gefährlich ist das vor allem für Menschen ohne Toleranz.
- Toleranz: Regelmäßige Konzentrat-Nutzung kann die Toleranz schnell nach oben treiben. Blüten wirken danach oft kaum noch. Eine längere Konsumpause kann sie wieder senken.
- Verunreinigungen: Unkontrollierte Extrakte können Reste von Lösungsmitteln oder Pestiziden enthalten, die sich im Konzentrat anreichern.
- Verbrennungen: Brenner und glühender Banger sind eine echte Unfallquelle, vor allem in kleinen Räumen.
- Gefährliche Eigenherstellung: Das Extrahieren mit Butan hat in den USA zu zahlreichen Explosionen und schweren Brandverletzungen geführt. Davon ist klar abzuraten, unabhängig von der Rechtslage.
Das ist eine allgemeine Einordnung der Studienlage, keine medizinische Beratung. Wer gesundheitliche Fragen hat, spricht am besten mit einer Ärztin oder einem Arzt.
Ist Dabbing in Deutschland legal? (Stand 2026)
Das Konsumcannabisgesetz (KCanG) zählt zu „Cannabis“ ausdrücklich auch Harz und „Zubereitungen“ der Pflanze (§ 1 Nr. 8). Für Erwachsene gelten die bekannten Grenzen: 25 Gramm unterwegs, 50 Gramm am Wohnsitz, drei Pflanzen im Eigenanbau. Diese Mengen hängen am Gewicht, nicht am THC-Gehalt.
Für Konzentrate entscheidend sind zwei weitere Regeln:
- Extraktion ist verboten. § 2 Abs. 2 KCanG untersagt die Extraktion von Cannabinoiden; ausgenommen ist nur CBD. Lösungsmittel-Extrakte wie Shatter, Wax oder Live Resin dürfen also nicht selbst hergestellt werden.
- Anbauvereinigungen geben nur Blüten und Haschisch ab. Nach § 19 KCanG ist die Weitergabe „ausschließlich in Reinform als Marihuana oder Haschisch“ gestattet. Einen legalen Bezugsweg für Wax oder Shatter gibt es damit praktisch nicht.
Ob rein mechanische Verfahren wie das Pressen von Rosin aus selbst angebauten Blüten als verbotene Extraktion gelten, ist unter Juristen umstritten. Eine verbindliche Rechtsprechung dazu fehlt bisher. Mehr zu den Mengengrenzen liest du im Beitrag Wie viel Cannabis ist legal?.
Hinweis: Das ist eine allgemeine Einordnung nach dem Gesetzestext, Stand Oktober 2026, keine Rechtsberatung.
Häufige Fragen zum Dabbing
Was bedeutet „dabben“?
Dabben heißt, eine kleine Portion Cannabis-Konzentrat auf eine stark erhitzte Fläche zu tupfen und den Dampf einzuatmen. Das Wort kommt vom englischen „dab“ für Klecks. Genutzt wird dafür meist ein Dab Rig, eine bongähnliche Wasserpfeife mit Heizaufsatz aus Quarz, Titan oder Keramik, oder ein elektrischer Dab-Pen.
Ist Dabbing stärker als Kiffen mit dem Joint?
Ja, deutlich. Konzentrate enthalten laut Laboranalysen im Schnitt etwa 60 bis 70 Prozent THC, Blüten meist 15 bis 25 Prozent. Ein Dab wird zudem in einem Zug genommen, die Wirkung setzt in Sekunden voll ein. Beim Joint kannst du dagegen nach jedem Zug pausieren und die Dosis besser steuern.
Was ist der Unterschied zwischen Wax und Shatter?
Beide sind Lösungsmittel-Extrakte, sie unterscheiden sich vor allem in der Konsistenz. Shatter ist glasartig und bricht wie ein Bonbon, Wax ist weich und krümelig. Der Wirkstoffgehalt kann bei beiden ähnlich hoch sein. Die Form hängt davon ab, wie das Extrakt nach dem Entfernen des Lösungsmittels weiterbehandelt wird.
Braucht man für Dabbing eine Bong?
Nein, eine normale Bong ist nicht dafür gebaut. Ein Dab Rig hat statt des Köpfchens einen Banger oder Nail, der mit Brenner oder elektrisch erhitzt wird, dazu einen Carb Cap zur Luftsteuerung. Manche Bongs lassen sich mit Adaptern umrüsten, das ist aber eine Notlösung und erschwert die Temperaturkontrolle.
Darf man Konzentrate in Deutschland selbst herstellen?
Nein. Das Konsumcannabisgesetz verbietet in § 2 Abs. 2 die Extraktion von Cannabinoiden, nur CBD ist ausgenommen. Anbauvereinigungen dürfen nur Blüten und Haschisch weitergeben. Ob mechanisch gepresstes Rosin aus Eigenanbau darunter fällt, ist juristisch umstritten. Das ist eine allgemeine Einordnung, keine Rechtsberatung.
Fazit: Dabbing ist die Extremform, nicht die Abkürzung
Das Verfahren ist technisch spannend und bei niedriger Temperatur auch geschmacklich interessant. Der hohe Wirkstoffgehalt, die schwere Dosierbarkeit und die klare Grenze des KCanG beim Extrahieren machen es aber zu einer Nische, die für die meisten keinen Mehrwert bringt. Wer Aroma und Kontrolle sucht, fährt mit gut gedrehten Blüten besser. Wie das am angenehmsten klappt, steht in unserem Ratgeber Joint rauchen, und die passenden Filter findest du im Sortiment unserer Aktivkohlefilter.
Foto: Coaster420, gemeinfrei (Public Domain), via Wikimedia Commons, mit Brand-Overlay.














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